Öffentliche Veranstaltung

„Öffentlich bauen statt privat investieren!“ Vortrag mit Sebastian Gerhardt

Dienstag, 23. Oktober 2018 - 18:00

Investitionen in einen öffentlichen Wohnungsbestand: Nötig – Sinnvoll – Machbar!

Den Mangel an bezahlbaren Wohnungen leugnet heute niemand mehr, nicht einmal der ebenso zuständige wie untätige Minister Seehofer. Auch herrscht Konsens, dass öffentliche Mittel in beachtlichem Umfang zur Behebung dieses Mangels in die Hand genommen werden müssen. Die Lösung dieser Wohnungsfrage will die Politik beim „Wohngipfel“ am 21. September gemeinsam mit Verbänden und Immobilienwirtschaft diskutieren. Hier werden die wohnungspolitischen Weichen für die nächsten Jahre gestellt und die Richtung ist schon absehbar: Im Kern geht es um eine Neuauflage von Investoren- und Eigentumsförderung durch Zuschüsse, Darlehen und Steuervergünstigungen, um die dringend nötige Bautätigkeit anzuregen. Diese Maßnahmen werden vor allem privaten Akteuren zu Gute kommen und die öffentliche Hand viel Geld kosten.
 
Eine soziale Alternative wären öffentliche Investitionen in den Aufbau eines neuen kommunalen Wohnungsbestands, der dauerhaft im öffentlichen Eigentum verbleibt. Im MEMORANDUM 2018 plädierte die Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik für ein wohnungspolitisches Sofortprogramm, das den Bau von 100.000 solcher Wohnungen für 7 Milliarden Euro jährlich vorsieht. Das dies nicht nur nötig und sinnvoll, sondern auch machbar und zeitgemäß ist, zeigt etwa ein Blick nach Wien, das den stadteigenen Gemeindebau 2017 mit einem ähnlichen Modell wieder aufgenommen hat.
 
Sebastian Gerhardt (Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik)
 
Eine Veranstaltung der Initiative „Erfurt für ALLE!“ im Rahmen der alternativen Einführungstage, und gefördert von der Rosa Luxemburg Stiftung.

 

Vortrag und Diskussion: Kryptoabend - Sicher durchs Netz

Freitag, 26. Oktober 2018 - 19:30

Zielgruppe sind junge Studierende, ohne notwendiges technisches Vorwissen, da eine niedrigschwellige Heranführung an das Thema Datenschutz erfolgen soll. Geplant ist eine kurze Einführung in die Grundlagen der verschlüsselten E-Mail-Kommunikation mit Fokus auf unkommerzieller Open-Source-Software. Darüber hinaus werfen wir ein Schlaglicht auf gängige soziale Netzwerke und Messenger-Dienste, um mögliche Gefahren und Alternativen aufzuzeigen.

Eine Veranstaltung des s.P.u.K. e.V. im Rahmen der Alternativen Studieneinführungstage. Die Veranstaltung wird gefördert von der Rosa Luxemburg Stiftung Thüringen.

Und was hat das mit mir zu tun? Rassismus im Alltag. Comic- Workshop

Samstag, 20. Oktober 2018 - 10:00 bis 20:00

Beim Tagesworkshop sind die Teilnehmenden dazu eingeladen, sich über das Medium Comic mit selbst erlebten rassistischen und diskriminierenden Vorfällen auseinanderzusetzen. Erfahrungen der Teilnehmdenen sollen reflektiert, individuelle Denk- und Handlungsmuster hinterfragt sowie Möglichkeiten des Handelns und Eingreifens erarbeitet werden. Mit den im Workshop erlernten Grundlagen zur Entwicklung eines Comics wird das Reflektieren und Hinterfragen auf eine andere Art ermöglicht, als es manchmal in Diskussionsrunden und Gesprächen möglich ist. Workshopleiter ist der Comic-Künster Auge aus Berlin.

Workshop von Eine Schande und dem s.P.u.K. e.V. im Rahmen der Alternativen Studieneinführungstage. Die Veranstaltung wird gefördert von der der Rosa Luxemburg Stiftung Thüringen.

Schwarz Weiß. Anti- / Rassismus im Comic. Workshop mit Johanna Huthmacher

Freitag, 19. Oktober 2018 - 20:00

Im Comic finden sich seit den Anfängen rassistische Stereotype. Wie der Vortrag zeigt, ist vom edlen Wilden über den afrikanischen Kannibalen bis zur gelben Gefahr alles vertreten. In Abgrenzung dazu werden im Anschluss Comics vorgestellt, die sich offensiv mit dem rassistischen Erbe des Mediums befassen und das Leben jenseits von Schubladen zeigen.

Workshop von Eine Schande und dem s.P.u.K. e.V. im Rahmen der Alternativen Studieneinführungstage. Die Veranstaltung wird gefördert von der der Rosa Luxemburg Stiftung Thüringen.
 

Auf geht's, ab geht's - Ende Gelände!

Mittwoch, 17. Oktober 2018 - 19:00

Im Tagebau Hambach im Rheinland baut der Energiekonzern RWE seit über einhundert Jahren Braunkohle ab. Rund vierzig Millionen Tonnen holen die größten Bagger der Welt jedes Jahr aus der Erde. Zurück bleibt eine vierhundert Meter tiefe Grube. Das größte von Menschenhand gemachte Loch in Europa. Das Rheinische Revier ist auch in diesem Jahr vom 25.-29. Oktober wieder Schauplatz der spektakulären Massenaktion des Ende Gelände Bündnisses. Zu Tausenden werden Menschen mit ihren Körpern die Tagebau-Infrastruktur lahm legen und somit einen sofortigen Kohleausstieg fordern. Und was das dann noch alles mit Waldbesetzung im Hambacher Forst und den Forderungen nach Klimagerechtigkeit weltweit zu tun hat: die Klima Aktion Thüringen freut sich auf einen spannenden Abend mit euch!

Eine Veranstaltung von KAT (Klima Aktion Thüringen) im Rahmen der Alternativen Studieneinführungstage

Die Macht der Psychotherapie im Neoliberalismus. Vortrag und Diskussion mit Angelika Grubner

Donnerstag, 20. September 2018 - 18:30

Die Psychotherapie hat sich ihren Platz im Gesundheitswesen gesichert und ist zu einer hegemonialen Behandlungsmethode avanciert. Sie präsentiert sich als wissenschaftlich, neutral und unabhängig. Dass aber oftmals diejenigen Theorien, die sich auf diese Weise verstehen und positionieren, gerade jene sind, die die bestehenden Herrschaftsverhältnisse stützen oder sogar befördern, ist eine weitgehend unreflektierte Größe. Auch das (gesellschafts-)politische Interesse an der Psyche, das sich in der versicherungstechnischen Öffnung zur Inanspruchnahme der Psychotherapie ebenso zeigt wie am sich ausbreitenden Psychojargon in der Alltagssprache, der kolportiert hohe Bedarf nach Psychotherapie und der nicht enden wollende Zustrom zu den Psychotherapieausbildungen machen nachdenklich.

Der Vortrag von Angelika Grubner gibt einen Einblick sowohl in die Hintergründe der Macht der Psychotherapie als auch in die Thesen ihrer aktuellen Publikation.

Angelika Grubner arbeitet als systemische Psychotherapeutin und hat dieses Jahr das Buch ‚Die Macht der Psychotherapie im Neoliberalismus‘ veröffentlicht.

Collagen Nachmittag mit Café und Cuchen

Sonntag, 30. September 2018 - 14:00 bis 20:00

Einen Sonntag lang gibt's in der [L50] einen Collagen Nachmittag mit Cafe und Cuchen. Basteln, kleben, ausschneiden und vieles mehr, was in der Schule, im Kindergarten, in der Uni, auf Arbeit oder zu Hause zu kurz gekommen ist. Es wird Material geben, aber bringt gern selber Hanuta-Klebebildchen, alte Wahlplakate, Geburtstagseinladungen usw. zum Verschandeln mit.

"Feministische Psychiatriekritik". Lesung und anschließende Diskusssion mit der Autorin Peet Thesing

Donnerstag, 27. September 2018 - 19:00

Peet Thesing liest aus ihrem Buch „Feministische Psychiatriekritik“. Das Thema Psychiatriekritik ist schon lange aus dem Blickfeld von Feminist*innen verschwunden. ›Helfende‹ Maßnahmen werden nicht (mehr) gesellschaftskritisch analysiert, auch psychiatrisch-medizinische Ansätze werden nicht auf ihre strukturelle Bedeutung hin befragt – Geschichte scheint es in der Psychiatrie nicht zu geben.

Dabei sind viele Fragen offen: Wie eigentlich entstehen ›psychische Krankheiten‹ in dieser Gesellschaft? Wie wird zwischen krank und gesund (nicht) unterschieden? Wird Homosexualität tatsächlich nicht mehr als Krankheit betrachtet? Womit wird psychiatrische Gewalt begründet? Welche Rolle spielen legale Drogen und Therapien? Hört die feministische Forderung »My body, my choice« bei Essstörungen und Selbstverletzungen auf?

Thesing hinterfragt psychiatrische Ansätze aus einer gesellschaftskritischen Perspektive. Dabei orientiert sich die Autorin am Wissen Psychiatrie-Erfahrener. Es geht um die Trennung zwischen gesund und krank, um die Entstehung von Diagnosen, um Homosexualität und Hysterie und die Macht der Gutachten. Es wird beschrieben, wie psychiatrische Gewalt funktioniert; Fesselungen und die Verabreichung von Medikamenten werden dabei ebenso analysiert wie psychische Zugriffe.

Abschließend werden Optionen vorgestellt, die Handlungsfähigkeit wieder möglich macht, wenn die Psychiatrie sich nicht als Ort des ›Helfens und Heilens‹ erweist. Es wird auch ausreichend Zeit für Fragen und Diskussion geben.

*Versteinerte Körper?* Über Depression und ihre gesellschaftliche Funktion. Vortrag von Katharina Zimmerhackl

Samstag, 22. September 2018 - 19:00

Stillstand, Starre, Leere, zuviel Schlaf, zuwenig Schlaf, zuviel Ich, zuwenig Ich, Einsamkeit, Erschöpfung, Antriebslosigkeit… ? All dies sind die typischen Symptome einer Depression und die „Volkskrankheit“ Depression ist heutzutage allgegenwärtig. Doch was drückt sich in diesen Symptomen eigentlich aus? Wie hängt Depression mit unserer gesellschaftlichen Realität zusammen?
Anhand einiger Gedichte Sylvia Plaths und den darhin auftauchenden Sprachbilder sowie mit Rückgriff auf die Psychoanalyse will ich über Ursachen und Bedingungen– und eben nicht nur Symptome – der Depression sprechen um sich darüber dem anzunähern, was sich in ihr mit ausdrückt.

Katharina Zimmerhackl, Künstlerin und Grafikern, ist seit langem Redaktionsmitglied der /outside the box – Zeitschrift für feministische Gesellschaftskritik/ und beschäftigt sich in ihrer künstlerischen und theoretischen Praxis mit dem Verhältnis von Körper, Wissenschaft, Natur und Gesellschaft.

Die männliche Subjektkonstitution - Gewalt, Sexualität und die Abwehr des Weiblichen. Vortrag mit Rolf Pohl (Hannover)

Donnerstag, 6. September 2018 - 18:30

Trotz aller Modernisierungen hat sich hinsichtlich der Geschlechterverhältnisse eine Tatsache grundsätzlich nicht geändert: Die spätmodernen Gesellschaften sind nach wie vor von einer hierarchischen, männlich dominierten Kultur der Zweigeschlechtlichkeit bestimmt. Soziologische Ansätze in der Geschlechterforschung können diese Aufrechterhaltung von männlicher Dominanz und Vorherrschaft analysieren, aber ihre psychosoziale Reproduktion in den vergeschlechtlichten Subjekten selbst nicht hinreichend fassen.
Von daher ist eine Erweiterung um eine sozialpsychologische und subjekttheoretische Perspektive notwendig, die insbesondere die Verknüpfung von Sexualität, Macht und Gewalt in der vorherrschenden Konstitution von Männlichkeit(en) ins Zentrum rückt. Die normative heterosexuelle Orientierung unterwirft den Mann dabei einem unlösbaren Dilemma zwischen Autonomiewunsch und Abhängigkeitsangst mit der Folge: Die vorherrschenden Einstellungen zu Frauen und zur Weiblichkeit sind von einer Mischung aus Lust, Angst, Neid und einer bis zum Hass reichenden feindseligen Tönung gekennzeichnet. Weiblichkeit und mit ihr assoziierbare Phänomene werden zu Repräsentanzen des grundsätzlich „Anderen“, das fremd bleibt und insbesondere bei inneren und äußeren Krisen unbewusst als bedrohlich erlebt werden kann. Hier liegt eine der wichtigsten Quellen für häusliche und außerhäusliche, sexuelle und nicht-sexuelle Gewalt gegen Mädchen, Frauen, aber auch gegen Schwule, die ebenso als Infragestellung der erwünschten, jedoch grundsätzlich gefährdeten männlichen Integrität erlebt werden.

Rolf Pohl ist emeritierter Professor für Sozialpsychologie an der Universität Hannover. Zu seinen Arbeitsschwerpunkten in der Geschlechterforschung gehören die Themen Männlichkeit, sexuelle Gewalt und männliche Krisendiskurse. Er ist Autor des Buches »Feindbild Frau – Männliche Sexualität, Gewalt und die Abwehr des Weiblichen« (2005).

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