Kapitalismus

Buchvorstellung: Die große Entwertung

Freitag, 18. Oktober 2013 - 20:00
Dass Krise ist, bestreitet niemand. Über Ursache und Ausmaß gehen die Meinungen allerdings weit auseinander. Sind Spekulanten, Finanzmärkte und Staatsverschuldung schuld? Ist die Aufblähung der Finanzmärkte Ergebnis einer Umverteilung zwischen Kapital und Arbeit?
In dem Buch "Die große Entwertung" erklärt die Gruppe Krisis die aktuellen Bewegungen und Widersprüche des Fiktiven Kapitals. Demnach entladen sich im globalen Finanzmarktcrash die Widersprüche der kapitalistischen Gesellschaft. Der akute Krisenschub nimmt zwar von den Finanzmärkten seinen Ausgang, die Ursachen liegen aber tiefer. Nichts ist so ideologisch und so gemeingefährlich wie die Legende, eine gesunde Realwirtschaft sei der grenzenlosen Habgier einer Handvoll Banker und Spekulanten zum Opfer gefallen. Umgekehrt wird ein Schuh draus. Das historisch beispiellose Abheben des Finanzüberbaus in den letzten 35 Jahren war selber schon das Ergebnis und zugleich die provisorische Überwindung einer fundamentalen Krise der kapitalistischen Gesellschaft. Eine Produktionsweise, die auf der Vernutzung lebendiger Arbeitskraft beruht, muss angesichts des ungeheuren Produktivkraftschubs der mikroelektronischen Revolution an ihre strukturellen Grenzen stoßen.

Die Veranstaltung des Bildungskollektivs BiKo findet im Rahmen einer von der RLS Thüringen geförderten arbeitskritischen Veranstaltungsreihe statt.
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